Kubakrise? Viel schlimmer.

Für „Internationale Politik und Gesellschaft“ (IPG) der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) habe ich die Paralleln und Unterschiede der aktuellen Krise zwischen Russland und der NATO und der Kubakrise 1962 analysiert.

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Kubakrise 1962: Die vermutete Reichweite der sowjetischen Atomraketen auf Kuba

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Westen in der vergangenen Woche mit seiner Ankündigung geschockt, Russland würde noch in diesem Jahr 40 moderne Interkontinental-Raketen anschaffen, die mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden könnten. Nach Daten des „Stockholm International Peace Research Institute“ (SIPRI) würde dieser Schritt das russische Nuklearwaffenarsenal auf 1820 einsatzfähige Atomwaffen erweitern. In einer ersten Reaktion sprach NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg von einem „nuklearen Säbelrasseln Russlands„, das „ungerechtfertigt, destabilisierend und gefährlich“ sei. Er kündigte eine Antwort des westlichen Militärbündnisses an.

Lettlands Außenminister Edgars Rinkēvičs hat die Eskalationsdynamik der anhaltenden Krise zwischen Russland und der NATO vor diesem Hintergrund mit der Kubakrise von 1962 verglichen. Er hat völlig Recht. Doch zugleich übersieht er die zentrale Lehre aus dieser Krise. Die nämlich lautet: Missverständnisse über außenpolitische Absichten können in einer nuklearen Katastrophe enden.

Auch zwischen Russland und den USA und der NATO bestehen heute fundamentale sicherheitspolitische Missverständnisse. Sie können die aktuelle Eskalation mit Russland durchaus erklären – ohne, und das ist wichtig, den eklatanten Völkerrechtsbruch Russlands in der Ukraine zu entschuldigen.

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‘‘If you compress the spring, it will snap back hard’’: The Ukrainian crisis and the balance of threat theory

Bock, Henneberg, Plank 2014 - ‘‘If you compress thespring, it will snap backhard’’. The Ukrainian crisis and the balance of threat theory (PrintVersion)

In einem referierten Beitrag für das International Journal. Canada’s Journal of Global Policy Analysis“ habe ich zusammen mit Ingo Henneberg und Friedrich Plank die Eskalationsdynamik der Ukraine-Krise mithilfe der Balance of Threat„-Theorie von Stephen M. Walt analysiert.

Abstract: The narrative of an aggressive and neo-imperialist Russia that has dominated analyses of the 2014 Ukrainian crisis lacks theoretical rigour. We argue that a sustainable transformation of the Ukrainian crisis requires an accurate analysis of the context of the conflict, which should include an understanding of Moscow’s perception of the threats to its interests. This policy brief develops a theoretical understanding of the Ukrainian crisis through the lens of Stephen M. Walt’s balance of threat theory. We conclude that a realist analysis will help to explain Russian actions.

Keywords: Ukraine, Ukrainian crisis, Crimean crisis, balancing behaviour, balance of threat, threat perception

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Balancing for (In)Security: An Analysis of the Iranian Nuclear Crisis in the Light of the Cuban Missile Crisis

Titel

„Balancing for (In)Security“, in: PERCEPTIONS, Summer 2014, Volume XIX, Number 2, pp. 113-138

In einem referierten Beitrag für „Perceptions. Journal of International Affairs“ habe ich im Rahmen einer komperativen Studie die Dynamiken der Balancing-Strategien, die in der Kubakrise zum Einsatz kamen, mit denen des Atomstreits mit Iran verglichen.

Abstract: Israel and the US are currently balancing against Iran because both perceive a nuclear-armed Iran as a threat to regional and world security. But does balancing really work? Does it reduce threat and provide security? I will use Stephan M. Walt’s “Balance of Threat” theory to address these questions. In addition to Walt’s theory, I assume that perceiving a state’s intentions as aggressive is decisive for that state being (perceived as) a threat. I hypothesise that balancing fails and likely backfires in that it exacerbates the security dilemma and reinforces the threat perceived by the balancing states (Israel und the US). The use of balancing strategies in the current Iranian nuclear crisis would be futile and, if anything, would only strengthen the belief in Tehran that Iranian nuclear weapons are a necessary means of deterrence and self-defence.

KeywordsCuban missile crisis, “balance of threat”-theory, balancing, perception and misperception, Iranin nuclear crisis, Stephen M. Walt

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„Nur Drohgebärden? NATO und Russland rüsten auf“

Die Ukraine-Krise erreicht ihre nächste Eskalationsstufe: Russland hält Manöver an der estnischen Grenze ab und die NATO verstärkt ihre Truppen im Baltikum. Auch Schweden und Finnland – eigentlich bündnisfrei – erhöhen ihre Kooperation mit der NATO.

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Phonix-Runde: „Nur Drohgebärden? NATO und Russland rüsten auf“

Auf Einladung von Phonix habe ich – zusammen mit Harald Kujat (Generalinspekteur a.D., ehem. Vorsitzender des NATO-Militärausschusses), Sylke Tempel (Chefredakteurin „Internationale Politik“) und Jacek Lepiarz (Polnische Nachrichtenagentur) – die aktuelle Gefahrenlage der Ukraine-Krise diskutiert: Wie weit geht Putin? Wie reagiert der Westen? Wie kann eine Deeskalation herbeigeführt werden? Und: Droht aus dem Krieg in der Ukraine ein Krieg um die Ukraine zu werden?

Hier geht es zum gesamten Fernsehinterview.

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Gastbeitrag für „Zeit Online“ zur Ukraine-Krise

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„Subjektiv ist Russland bedroht“ – Gastbeitrag für „Zeit Online“

In einem Gastbeitrag für „Zeit Online“ habe ich die Eskalationsdynamik der Ukraine-Krise analysiert.

Auslöser für meine Analyse der Wahrnehmung Moskaus war die Veröffentlichung der neuen russischen Militärdoktrin, in der die NATO als größte Bedrohungen der nationalen Sicherheit genannt wird. Ist sie ein erneuter Beweis russischer Aggressivität?

Hier geht es zum Beitrag „Subjektiv ist Russland bedroht

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Folter – „Der erste Schritt ist entscheidend“

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Fernsehinterview mit dem schweizer Nachrichtenmagazin „10 vor 10“

Nach der Veröffentlichung des Berichts des US-Senats über die Foltermethoden der CIA hat mich das Schweizer Fernsehen um meine Analyse und Einschätzung gebeten.

Folter bringt nichts“, sagt Andreas Bock, Professor für Politikwissenschaft an der Akkon-Hochschule in Berlin, der Nachrichtensendung „10 vor 10″. Denn der Gefolterte erzähle das, was er glaube, dass der Folterer hören wolle. „Es ist ein Instrument der Unterdrückung, um die Opposition zu zerbrechen, aber nicht, um Informationen zu generieren.“ Dies habe auch die US-Armee wiederholt dokumentiert. Deshalb kommt für ihn die Tatsache, dass die Foltermethoden der CIA keine relevanten Informationen zutage gefördert haben, nicht überraschend.

Auch dass der US-Geheimdienst härtere Foltermethoden angewandt hatte als bisher bekannt, überrascht den Experten für Konfliktforschung nicht, denn „wenn ich eine Praxis erlaube, ist es keine große Hürde mehr, diese Praxis zu verschärfen.“ Wenn das Folterverbot kippe, würden in der Praxis Tür und Tor geöffnet für eine immer weitergehende Auslegung dieser Erlaubnis.

Hier geht es zum gesamten Fernsehinterview.

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Neuerscheinung! Strukturierte Konfliktanalysen zum Streit um das iranische Atomprogramm

Iran, die Bombe und das Streben nach Sicherheit Strukturierte Konfliktanalysen

Iran, die Bombe und das Streben nach Sicherheit. Strukturierte Konfliktanalysen Herausgegeben von Prof. Dr. Andreas M. Bock und Ingo Henneberg

Iran, die Bombe und das Streben nach Sicherheit. Strukturierte Konfliktanalysen
Herausgegeben von Prof. Dr. Andreas M. Bock und Ingo Henneberg, NOMOS Verlag, Baden-Baden 2014

Der Band führt in die strukturierte Konfliktanalyse als Werkzeug sozialwissenschaftlicher Forschung ein und nutzt dieses Instrument beispielhaft, um die verschiedenen, innen- wie außenpolitisch mit Iran verbundenen Konflikte jenseits populärer Stereotypen (wie der „Bombe„) auf breiter Grundlage systematisch zu analysieren und kontrovers zu diskutieren.

Die einzelnen Beiträge zeichnen ein differenziertes Bild der Konflikte mit und in Iran und reflektieren die verschiedenen Aspekte dieser Konflikte aus unterschiedlichen Perspektiven und auf hohem methodisch-theoretischem Niveau. Das Atomprogramm
wird dabei unter Anderem durch die Brille der vier Großtheorien der Internationalen
Beziehungen untersucht. Daneben beschäftigen sich die Analysen mit der regionalen
Sicherheitsdimension, der Beziehung USA–Iran, der Rolle einzelstaatlicher Präferenzen
sowie mit der Wirkung innerstaatlicher Prozesse auf die iranische Außenpolitik.

Die Herausgeber:

Prof. Dr. Andreas Bock ist Professor für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Not- und Katastrophenhilfe an der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften Berlin.

Ingo Henneberg, M.A., ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Governance
in Mehrebenensystemen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Mit Beiträgen von:

Payam Ghalehdar, Katharina Götsch, Laleh Gomari-Luksch, Mischa Hansel, Ingo Henneberg, Lukas Kasten, Mirijam Koch, Simon Koschut, Hubert Mayer, Witold Mucha,
Michael Nann, Antje Nötzold, Friedrich Plank, Eva Mareike Schmitt, Miriam Shabafrouz,
David Summe, Till Florian Tömmel, Christoph Weller, Judith Wiesinger und Azadeh Zamirirad.

Iran, die Bombe und das Streben nach Sicherheit. Strukturierte Konfliktanalysen – Bestellen

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